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Rückblick Umbaukultur in Berlin – Was Weiterbauen lesbar macht

Wie lässt sich Umbaukultur so erzählen, dass sie nicht abstrakt bleibt? Für die Berliner Senatsverwaltung haben wir seit 2023 eine Ausstellung entwickelt, die ein technisches Thema in eine lesbare Form übersetzt: mit Texten, Dramaturgie, Bildern, Grafiken und einem Raum, der Entscheidungen im Bestand nachvollziehbar macht. So wurde aus einem Fachthema eine konkrete Frage: Was kann bleiben, was muss sich ändern und wie entsteht daraus ein tragfähiger Ort für heute?

© Hendrik Bohle -
© Hendrik Bohle -
© Emad Ette -
© Emad Ette -
© Emad Ette -

Projekt in Kürze

  • Auftraggeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Berlin
  • Zeitraum: Konzeption seit 2023, Ausstellung vom 17. Oktober 2025 bis 27. Februar 2026
  • Leistungen: Konzept, Kuratierung, Ausstellungstexte, Dramaturgie, Bildproduktion und -redaktion und Rahmenprogramm
  • Format: Ausstellung mit Werkstattgesprächen, Führungen, Tag der Umbaukultur und Finissage

 

Rückblick

Für „Bestehendes bewahren. Neues schaffen. Umbaukultur in Berlin“ stand am Anfang nicht das einzelne Projekt, sondern die Aufgabe, ein oft technisches Thema in eine klare, lesbare Form zu bringen. Seit 2023 haben Hendrik Bohle und ich Konzept, Kuration und Umsetzung der Ausstellung entwickelt: mit Texten, einer inhaltlichen Dramaturgie und einer räumlichen Ordnung, die Entscheidungen im Bestand nachvollziehbar macht. 

Im Zentrum stand eine einfache Frage: Was passiert, wenn man ein Gebäude nicht vorschnell ersetzt, sondern genau prüft, was bleiben kann, was ergänzt werden muss und wie daraus ein tragfähiger Ort für heute wird? Die Ausstellung zeigte dazu Berliner Beispiele aus Wohnen, Bildung, Kultur und Infrastruktur. Kurze Texte, Pläne, Fotos und klare Grafiken machten die Entscheidungen lesbar. 

Weiterbauen sollte hier nicht als Schlagwort erscheinen, sondern als konkrete Praxis: prüfen, erhalten, umbauen, ergänzen, weiter nutzen. So wurde sichtbar, dass Umbaukultur nicht nur mit Bauteilen und Regeln zu tun hat, sondern mit Alltag, Ressourcen und dem Umgang einer Stadt mit ihrem Bestand.

Der Ausstellungsraum half dabei. Die Schau war die erste Ausstellung überhaupt in diesem Raum der Senatsverwaltung. Werkstattcharakter, Zeitachse, Modelle, Textelemente und Gespräche vor Ort griffen ineinander. So entstand kein Schaubild über ein Thema, sondern ein Arbeitsraum auf Zeit, in dem Planung, Haltung und gebaute Folgen zusammenkamen. 

Was bleibt

Geblieben ist für mich vor allem dies: Umbaukultur muss erklärt werden, bevor sie überzeugen kann. Viele Qualitäten des Weiterbauens liegen nicht an der Oberfläche. Man muss zeigen, was erhalten wurde, was neu hinzugekommen ist und warum gerade diese Entscheidung sinnvoll war. Gute Vermittlung macht solche Prozesse sichtbar, ohne sie zu vereinfachen. 

Geblieben ist auch die Erfahrung, dass Ausstellungstexte mehr leisten können als reine Begleitung. Sie ordnen, gewichten und öffnen den Blick. Erst im Zusammenspiel mit Bild, Raum und Wegführung entsteht eine Erzählung, die Fachleute ernst nimmt und zugleich für andere zugänglich bleibt. Genau an dieser Schnittstelle arbeite ich besonders gern.

Danke

Danke an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und an die projektbeteiligten Kolleginnen und Kollegen im Haus. Danke an die beteiligten Büros, Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner, Leihgeber und Mitwirkenden für Materialien, Einblicke und Zusammenarbeit. Danke auch an die Besucherinnen und Besucher der Werkstattgespräche, Führungen und Rundgänge, die gezeigt haben, wie groß das Interesse an Umbaukultur über den Fachdiskurs hinaus ist.

Kontakt & Zusammenarbeit

Ich entwickle Texte, Ausstellungen und Gesprächsformate, die Architektur, Bestand und Stadtentwicklung lesbar machen. Anfragen zu Ausstellungstexten, Kuratierung, redaktioneller Arbeit, Dramaturgie und Rahmenprogrammen gern an: hallo@jandimog.de